5. Juni 2018: Lesung und Buchvorstellung mit Heiderun Gödrich, “Die andere Realität”

Sogar der Hasenstall war geputzt

Lesung Heiderun Gödrich „Die andere Realität“

Zahlreiche Neugierige waren der Einladung vom Förderverein Gulbranssonkirche in den Gemeindesaal gefolgt, um staunend zu hören, was Heiderun Gödrich mit nahestehenden Verstorbenen widerfahren ist. Simon Jördens, der Vorsitzende des Fördervereins Gulbranssonkirche, freute sich über das große Interesse an der Lesung. Früher traute sich die Autorin nicht, von sich selbst diese Erlebnisse zu erzählen, sie schrieb sie auf, jedoch immer mit den Namen anderer Personen. Mittlerweile ist sie soweit, dass sie sich „outen“ kann. Sie hat ihre Erlebnisse in dem Buch „Die andere Realität“ aufgeschrieben. Mit Spannung hörten die Gäste von zwei Begegnungen mit Verstorbenen die ihr im Leben sehr nahe waren. Ihr Vater spricht mit ihr vor einer OP. Sie solle sich entspannen. Obwohl ihr bewusst ist, dass er ja gestorben ist, sagt sie sich: „Das ist mir im Moment egal, ich bin froh, dass er da ist“. Nach der OP wachte sie nicht auf der Intensivstation auf, sondern wird von der Krankenschwester im normalen Zimmer aufgeweckt. Während die Ärzte stolz von einer „Bilderbuchheilung“ sprachen, erklärte sie, dass ihr Vater ihr mit Hypnose geholfen hätte. In den Augen der Ärzte hatte sie eine geistig Störung, die man ihr jedoch nicht ansah.
Ein weiteres Mal hat sie ihr verstorbener Ehemann besucht. Ein Tresorschlüssel war verschwunden und lag später wieder da. Er hatte schon zu Lebzeiten solche Späße mit ihr gemacht. Und plötzlich sah sie, dass der Hasenkäfig gemistet war, obwohl kein anderer im Haus war als sie und sie ihn nicht geputzt hatte. Das musste ihr Mann gewesen sein!
Über ihren Vater, der ein guter Hypnotiseur war, kam sie nach dessen Tod an Unterlagen zu Parapsychologie. Danach beschäftigte sie sich intensiv mit diesem Thema, befragte auch einen Freiburger Spukforscher. Ihre Fragen zu den Themen durfte sie dem Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene e.V., Freiburg, stellen, deren Abteilung für Beratung und Information ihr hilfreich zur Seite stand. Leuten mit ähnlichen Erfahrungen empfiehlt sie, sich an eine der Adressen von Psychologen mit Parapsychologie-Erfahrung in Freiburg zu wenden. Sie weiß jetzt: „Verstorbene sind nicht tot, zumindest geistlich nicht“.

Lesung Heiderun Gödrich „Die andere Realität“

Doro Kant spielte drei Stücke, die ihre Mutter sich von ihr gewünscht hatte, auf F-Flöte und Querflöte.
Ihre Hoffnung auf weitere Erfahrungen und Diskussionen blieb nicht unerfüllt. Aus den Zuhörerreihen kamen ebenfalls Erlebnisse mit Verstorbenen und Informationen zu diesem Thema. Bei einem kleinen Umtrunk, serviert vom Förderverein Gulbranssonkirche, tauschte man sich noch angeregt miteinander und mit der Autorin aus. Das Buch und auch ihre drei bereits erschienenen Werke konnte man gleich erwerben und von ihr signieren lassen.

Information (Buchcover)

Heiderun Gödrich, geboren 1939, verbrachte ihre Kindheit bis zur Flucht im Sudetenland. Seit 1949 lebt sie in Südbaden. Nach der Schulzeit Ausbildung zur Schauspielerin, kleinere Rollen am Theater. Umschulung zur Bankkauffrau. Über 20 Jahre im Bankfach tätig, dann Wechsel in die Umweltpolitik. Fernstudium in Psychologie sowie Kreatives Schreiben. Veröffentlichung von Essays und Kurzgeschichten.
Die Romane „Die Kuschelwelt-Dekorateurin“ und „Hinter unsichtbaren Gittern“ sowie ihre Kindheitserinnerungen „Blechteller für Flüchtlinge“ erschienen bei Shaker-Media.