10. September 2017: Vernissage “Der zweite Blick” anlässlich des Tags des offenen Denkmals

Sehr gut besucht war die Vernissage zur Ausstellung „Der zweite Blick“ im Gemeindesaal der evangelisch-lutherischen Christuskirche in Steinen. Nicht nur Gottesdienstbesucher kamen, sondern auch viele interessierte Steinener und auswärtige Bürgerinnen und Bürger. Aus verschiedenen Blickrichtungen hatten Künstler und Fotografen die denkmalgeschützte Gulbransson-Kirche in den Fokus genommen. Der Förderverein Gulbransson-Kirche e. V. hatte aufgerufen und die Wände mit den zur Verfügung gestellten Werken bestückt. Die Vorsitzende, Christel Mohr, erläuterte die verschiedenen Bilder. Gestartet mit einer Collage aus Bauplänen des Architekten der Kirche, Olaf Andreas Gulbransson, führte sie zur fertigen Christuskirche – „von oben“, einer Fotografie, geschossen von Vera Winter von der Feuerwehr-Drehleiter aus. Dieses inspirierte Waldemar Dinkat zu einem passenden Gemälde. Das Hinweisbanner auf den Förderverein Gulbransson-Kirche enthält ein Herbstbild der Kirche von Pfarrer Kai Thierbach. In Gemeinschaftsarbeit entstanden Collagen von Helga Serrano-Miksch, die Fotos ihres Ehemanns Filipe mit Aquarellmalerei kombinierte. Markus Sturm, der als Nachbar die Kirche täglich „im Blick“ hat, hatte sogar die Gelegenheit, einen Storch auf der Kugel der Kirchturmspitze abzulichten. Karl-Heinz Labs beschäftigte sich in seinen Fotografien mit dem Taufkapellenfenster, das Hubert Distler beim Bau der Gulbransson-Kirche gestaltet hatte. Ein Gemälde wurde von der Sparkasse Steinen dem Förderverein ausgeliehen.

Christel Mohr zeigt das Bild von Gottfried Legler

Gottfried Legler hatte das Sparkassengebäude, den früheren „Hirschen“ Steinens gemalt, dessen Besitzer der Großvater von Christoph Gebhardt war. Dieser hatte den Lutheranern, die aus ihrer Heimat vertrieben wurden, Land für ihre neue Heimat zur Verfügung gestellt.

Bauland-Schenkung von Karl Gebhardt

Einen scharfen Blick hat Bernhard Tränkle, seit einigen Jahren Nachbar der Christuskirche. Aus dem Blickwinkel eines Architekten, der in seiner Anfangszeit vier Kirchen gebaut hatte, entstanden seine Fotografien, Ausschnitte und Collagen vom Innenraum.

Architekt Bernhard Tränkle erläutert seine Bilder vom Innenraum der Christuskirche

Tränkle hielt Fotos von der Kirchendecke hoch und man entdeckte „auf den zweiten Blick“ einen Engel in der Holzgestaltung. Ebenso dass die Decke aus elf Flächen besteht. Spannende Sichtweisen, die den Gästen gut gefielen. Das Thema „Denkmal mit Biss“ kam ebenfalls gut an. Das Buffet wurde mit herzhaften und süßen kulinarischen Leckereien von den Gästen bestückt, so dass man es noch ein Weilchen rund um die Kirche aushielt. Während die Radtour am Nachmittag, geführt im Auftrag der VHS Steinen von Christel Mohr, von der Christuskirche aus zum Schlössli, der katholischen Kirche Sankt Maria, zum Vogtshaus Steinen führte, besuchten immer wieder Interessierte die Kirche. Pfarrer Kai Thierbach hielt die Tür geöffnet und gab bereitwillig Auskunft zu dem Gebäude und seiner Geschichte.